Comment schreiben

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Sie haben die Aufgabe bekommen, einen Comment zu einem Ereignis, einer Begebenheit oder einer wissenschaftlichen Behauptung zu schreiben. Doch was ist überhaupt ein Comment? Comment bedeutet nichts anderes als Kommentar oder Stellungnahme. Vor allem in den Abiturklassen wird oft im Englisch-Unterricht die schriftliche Abfassung eines Comments verlangt.

Ein Comment soll die eigene Meinung wiederspiegeln. Die Schwierigkeit, einen Comment zu schreiben, besteht in erster Linie darin, seinen eigenen Standpunkt zu definieren und in klaren, pointierten Sätzen zu formulieren. Ist der eigene Standpunkt herausgearbeitet, ist es erforderlich, Pro- und Kontraargumente zu spezifizieren. Geschieht das nicht, wird der Comment einseitig, wenn nicht sogar polemisch.

Wie jede Facharbeit oder wissenschaftliche Arbeit wird auch der Comment nach einem bestimmten Muster aufgebaut. Die grobe Einteilung erfolgt in Einleitung, Hauptteil und Schlussteil. Insbesondere der Hauptteil eines Comments folgt sehr stringenten Regeln bezüglich der Argumentation:

Zunächst werden die Kontraargumente aufgeführt beginnend mit dem stärksten Kontraargument. Nacheinander werden die schwächeren Gegenargumente vorgestellt bis hin zum schwächsten Gegenargument.

Sind die Gegenargumente abgehandelt, werden im nächsten Abschnitt die Proargumente aufgeführt. Die Reihenfolge der Proargumente ist eine andere als bei den Gegenargumente. Als erstes wird das schwächste Proargument vorgestellt und erst zum Schluss das stärkste Proargument. Das stärkste Argument, das Ihre eigene Meinung untermauern soll, bleibt bei dem Leser am besten in Erinnerung, wenn es zum Schluss genannt wird.

Die Argumentationsreihenfolge ist deshalb wichtig, weil bei dieser sogenannten zweiseitigen Argumentation – zunächst die Gegenargumente, anschließend die Argumente – die gewünschte Einstellungsänderung bei den Zielpersonen eher herbeigeführt werden kann als bei umgekehrter Reihenfolge. Die Hervorhebung der stärksten Argumente zum Schluss hat ausgeprägte Gedächtniswirkungen zur Folge. In diesem Zusammenhang wird von dem „Recency“-Effekt gesprochen.

Eine einseitige Argumentation liegt dann vor, wenn ausschließlich die Pro-Argumentation verwendet wird. Bei dieser Argumentationsart wird das stärkste Argument an den Anfang gestellt, um die anfangs hohe Aufmerksamkeit des Lesers bzw. der Zielpersonen sicherzustellen. In diesem Fall wird vom „Primacy“-Effekt gesprochen.

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Die Einleitung führt zu dem Thema hin. Die Problematik wird kurz und knapp aufgezeigt. Die Einleitung kann auch bereits ein eigenes Statement in Form einer These enthalten. Dadurch wird das Interesse geweckt, auf jeden Fall weiterzulesen. Das Statement kann auch in Form einer Frage formuliert werden.

Der Hauptteil beschäftigt sich mit den Gegenargumenten und den Pro-Argumenten. Durch die vorgegebene Strukturierung wird wirkt der Comment überzeugend. Ein wesentliches gestalterisches Element ist die Trennung der einzelnen Teile. Die Argumente werden hervorgehoben und bleiben dadurch im Gedächtnis des Lesers haften.

Der Schlussteil ist eine Zusammenfassung der eigenen Meinung. Dabei werden keine neuen Argumente oder Gedanken eingefügt. Die Argumente werden zusammengefasst, das Fazit wird formuliert. In einem abschließenden Satz kann noch einmal die anfangs formulierte These hervorgehoben werden. Der Sinn dieser Hervorhebung ist darin zu sehen, dass der zu Beginn des Comments beschriebene Spannungsbogen seinen krönenden Abschluss erhält.

Beim Schreiben eines Comments ist unbedingt darauf zu achten, dass keine langen Sätze formuliert werden. Kurze Sätze verstärken die Aussagen, die Gedankengänge sind für den Leser gut nachvollziehbar.

Um einen Comment zu schreiben ist Vorarbeit erforderlich. Einerseits ist eine gründliche Literaturrecherche notwendig, um die Argumente und Gegenargumente belegen zu können. Andererseits ist es sinnvoll, eine Tabelle anzulegen. In dieser Tabelle werden die Argumente und Kontraargumente eingetragen. Der nächste Schritt besteht in der Gewichtung der Argumente. Dazu eignen sich Ziffern. Die Ziffer 1 bezeichnet dabei immer das schwächste Pro- und Kontraargument. Mit der Ziffer 2 wird das nächstschwächere Argument bezeichnet usw. Mehr als 5 Pro- und Kontraargumente sollten in einem Comment nicht aufgeführt werden. Die Aufmerksamkeit des Lesers bzw. der Zielperson lässt sehr schnell nach mit der Folge, dass der Comment nicht mehr gut benotet wird. Als sehr praktikabel haben sich jeweils 3 Pro- und Kontraargumente herausgestellt. Der Schlusssatz kann z. B. beginnen: „With respect to what has been started above, I am the opinion that …“.

Wenn auch das Schreiben eines Comments in der Abiturklasse im Fach Englisch eine häufige Prüfungsaufgabe ist, kann diese Aufgabe auch als Vorstufe zu einem journalistischen Kommentar angesehen werden. Der Kommentar wird unterteilt in verschiedene Sonderformen. Allen Sonderformen gemeinsam ist jedoch die Meinungsbetonung im Gegensatz zur journalistischen Meldung.

Der journalistische Kommentar will und soll provozieren. Gleichzeitig soll aber auch deutlich werden, dass durch den journalistischen Kommentar eine qualifizierte Meinung geäußert wird. Davon abzugrenzen ist die Expertenmeinung, die oft in Form eines Gastkommentars veröffentlicht wird. 

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